Published On: Juli 21, 202618 min read

Für viele Autorinnen und Autoren ist die Zusage eines Verlages ein besonderer Moment. Nach Monaten oder sogar Jahren der Arbeit an einem Manuskript meldet sich endlich ein Unternehmen, das Interesse an einer Veröffentlichung zeigt. Das Buch habe Potenzial, die Geschichte sei außergewöhnlich und passe hervorragend zum Verlagsprogramm.

Die Freude kann allerdings schnell der Verunsicherung weichen, wenn kurze Zeit später ein Angebot über mehrere Tausend Euro folgt. Der Autor soll sich an den Kosten für Lektorat, Gestaltung, Herstellung, Vertrieb und Marketing beteiligen oder die Veröffentlichung sogar vollständig finanzieren.

Im Zusammenhang mit solchen Geschäftsmodellen fällt häufig der Begriff Pseudoverlag. Er wird vor allem von Autorenverbänden und Branchenvertretern verwendet, um Anbieter zu beschreiben, die zwar wie klassische Verlage auftreten, ihr Geld jedoch hauptsächlich mit kostenpflichtigen Angeboten an Autorinnen und Autoren verdienen.

Das bedeutet nicht, dass jedes Unternehmen, das für seine Leistungen Geld verlangt, unseriös arbeitet. Professionelles Lektorat, Buchgestaltung, Buch-Ghostwriting, Veröffentlichung und Buchmarketing sind Dienstleistungen, die Zeit, Fachwissen und entsprechende Investitionen erfordern.

Entscheidend ist deshalb eine andere Frage: Weiß der Autor von Anfang an, dass er eine Dienstleistung kauft, oder entsteht zunächst der Eindruck, ein Verlag habe sein Manuskript ausgewählt und wolle selbst in dessen Veröffentlichung investieren?

Was ist ein Pseudoverlag?

Der Begriff Pseudoverlag bezeichnet keine gesetzlich definierte Unternehmensform. Er wird verwendet, um ein Geschäftsmodell zu kritisieren, bei dem ein Anbieter nach außen wie ein klassischer Verlag auftritt, das wirtschaftliche Risiko der Veröffentlichung jedoch ganz oder teilweise auf den Autor überträgt. Um die Problematik zu verstehen, lohnt sich zunächst ein Blick auf die Aufgabe eines klassischen Publikumsverlages.

Ein klassischer Verlag prüft Manuskripte und entscheidet, welche Bücher zum eigenen Programm passen und wirtschaftliche Chancen besitzen. Wird ein Manuskript angenommen, investiert der Verlag eigenes Geld in Lektorat, Gestaltung, Herstellung, Vertrieb und gegebenenfalls Marketing. Der Verlag trägt damit einen wesentlichen Teil des wirtschaftlichen Risikos. Verkauft sich das Buch schlecht, kann er seine Investition verlieren. Bei einem Selbstkostenverlag, Bezahlverlag oder einem sogenannten Dienstleisterverlag funktioniert das Geschäftsmodell anders. Hier finanziert der Autor die Veröffentlichung vollständig oder beteiligt sich erheblich an den entstehenden Kosten.

Auch dieses Modell ist nicht automatisch problematisch. Ein Autor kann sich bewusst dafür entscheiden, professionelle Dienstleistungen einzukaufen und sein Buch auf eigene Kosten zu veröffentlichen.

Kritisch wird die Situation vor allem dann, wenn die tatsächliche Geschäftsbeziehung für den Autor nicht klar erkennbar ist. Wer glaubt, aufgrund der Qualität seines Manuskripts von einem Verlag ausgewählt worden zu sein, sollte wissen, ob das Unternehmen tatsächlich in sein Buch investiert oder ihm lediglich ein kostenpflichtiges Dienstleistungspaket verkauft.

Warum verlangen manche Verlage Geld von Autoren?

Die Veröffentlichung eines Buches verursacht Kosten. Ein Manuskript muss geprüft und lektoriert werden, das Cover und der Buchsatz müssen gestaltet werden, und schließlich entstehen Aufwendungen für Herstellung, Vertrieb und Marketing. Bei einem klassischen Verlag werden diese Kosten aus den Einnahmen des Unternehmens und den Erlösen erfolgreicher Bücher finanziert. Deshalb können Verlage nur einen kleinen Teil der eingereichten Manuskripte veröffentlichen. Andere Anbieter reduzieren ihr wirtschaftliches Risiko, indem sie die Kosten der Veröffentlichung auf den Autor übertragen. Der Autor bezahlt beispielsweise mehrere Tausend Euro für ein Paket, das Lektorat, Covergestaltung, Buchsatz, Druck, Vertrieb und Marketing enthalten soll.

Grundsätzlich kann ein solches Angebot sinnvoll sein. Entscheidend ist jedoch, ob der Autor nachvollziehen kann, welche konkreten Leistungen er erhält und ob deren Umfang den verlangten Preis rechtfertigt. Wenn Sie selbst einschätzen möchten, welche Kosten bei professionellem Ghostwriting, Lektorat und weiteren Leistungen rund um ein Buchprojekt entstehen können, finden Sie auf unserer Seite eine Preis-Übersicht über typische Leistungen und Preisfaktoren.

Woran können Autoren einen problematischen Pseudoverlag erkennen?

Es gibt kein einzelnes Merkmal, anhand dessen sich ein Anbieter zweifelsfrei beurteilen lässt.  Autorinnen und Autoren sollten deshalb immer das gesamte Geschäftsmodell, die Kommunikation und den Vertrag betrachten. Besonders aufmerksam sollten Sie werden, wenn mehrere der folgenden Merkmale gleichzeitig auftreten.

1. Das Manuskript wird ungewöhnlich schnell und überschwänglich gelobt

Die seriöse Prüfung eines umfangreichen Manuskripts benötigt Zeit. Trotzdem erhalten manche Autorinnen und Autoren bereits wenige Tage nach der Einsendung eine begeisterte Rückmeldung. Das Buch habe außergewöhnliches Potenzial, passe hervorragend ins Verlagsprogramm und könne ein großes Publikum erreichen. Solches Lob ist besonders dann kritisch zu betrachten, wenn die Rückmeldung keine konkreten Aussagen über Handlung, Figuren, Struktur, Sprache oder Zielgruppe enthält. Autorinnen und Autoren sollten sich deshalb fragen, ob ihr Manuskript tatsächlich sorgfältig geprüft wurde oder ob die positive Rückmeldung vor allem dazu dient, den anschließenden Verkauf eines kostenpflichtigen Angebots vorzubereiten.

2. Fast jedes eingereichte Manuskript erhält eine Zusage

Klassische Verlage lehnen einen großen Teil der eingereichten Manuskripte ab. Diese Entscheidungen haben nicht nur mit der literarischen Qualität zu tun. Ein Buch muss zum Verlagsprogramm passen, eine erreichbare Zielgruppe haben und wirtschaftliche Chancen bieten. Wenn ein Anbieter dagegen nahezu jedes Manuskript veröffentlichen möchte, sollte man genauer untersuchen, wie das Unternehmen sein Geld verdient. Ein Geschäftsmodell, das hauptsächlich auf Zahlungen der Autorinnen und Autoren basiert, benötigt keine strenge Auswahl erfolgreicher Buchprojekte. Für das Unternehmen kann bereits der Vertragsabschluss mit dem Autor wirtschaftlich interessant sein.

3. Die hohen Kosten werden erst spät erwähnt

Problematisch kann eine Kommunikation sein, bei der zunächst der Eindruck einer klassischen Verlagszusage entsteht. Der Autor erhält Lob für sein Manuskript, führt Gespräche über eine mögliche Veröffentlichung und erfährt erst anschließend, dass er mehrere Tausend Euro bezahlen soll. Ein transparenter Dienstleister kommuniziert dagegen frühzeitig, dass seine Leistungen kostenpflichtig sind. Der Autor weiß von Anfang an, dass er Kunde eines Unternehmens ist und professionelle Leistungen für sein Buchprojekt einkauft.

4. Die angebotenen Leistungen bleiben unklar

Begriffe wie „professionelles Buchmarketing“, „umfangreiche Pressearbeit“ oder „internationaler Vertrieb“ klingen überzeugend. Sie sagen jedoch wenig darüber aus, welche Arbeit tatsächlich durchgeführt wird. Autorinnen und Autoren sollten deshalb nach konkreten Leistungen fragen. Welche Marketingmaßnahmen werden umgesetzt? Über welchen Zeitraum laufen die Aktivitäten? Welche Plattformen werden genutzt? Gibt es ein separates Werbebudget? Werden Pressemitteilungen lediglich erstellt oder auch gezielt an passende Medien versendet? Erhält der Autor Berichte über die durchgeführten Maßnahmen und deren Ergebnisse? Je höher die verlangte Vertragssumme ist, desto genauer sollten die Leistungen beschrieben werden.

5. Der Autor soll den Vertrag möglichst schnell unterschreiben

Ein weiteres Warnsignal kann entstehen, wenn Autorinnen und Autoren unter zeitlichen Druck gesetzt werden. Ein Rabatt gilt angeblich nur wenige Tage, ein Platz im Verlagsprogramm muss kurzfristig reserviert werden oder das Angebot verliert seine Gültigkeit. Wer mehrere Tausend Euro investieren und möglicherweise langfristige Nutzungsrechte übertragen soll, benötigt ausreichend Zeit, um den Vertrag zu lesen, Angebote zu vergleichen und gegebenenfalls fachlichen Rat einzuholen. Ein seriöser Geschäftspartner sollte nachvollziehen können, dass eine solche Entscheidung sorgfältig getroffen werden muss.

6. Es werden außergewöhnliche Verkaufserfolge in Aussicht gestellt

Der Erfolg eines Buches lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen. Auch etablierte Verlage, erfahrene Literaturagenturen und professionelle Marketingagenturen können nicht garantieren, dass ein Buch hohe Verkaufszahlen erreicht. Autorinnen und Autoren sollten deshalb vorsichtig sein, wenn Bestsellerchancen, außergewöhnliche Einnahmen oder große Medienaufmerksamkeit suggeriert werden. Professionelle Anbieter können erklären, welche Maßnahmen sie durchführen und welche Ziele damit verfolgt werden. Sie sollten jedoch deutlich zwischen einer Dienstleistung und einem garantierten Ergebnis unterscheiden.

7. Die Kosten lassen sich nicht nachvollziehen

Bei einem Angebot über mehrere Tausend Euro sollte erkennbar sein, wie sich der Preis zusammensetzt. Wie umfangreich ist das Lektorat? Wie viele Korrekturschleifen sind vorgesehen? Wer gestaltet das Cover? Welche Leistungen umfasst der Buchsatz? Welche konkreten Marketingmaßnahmen werden durchgeführt? Wie viele Exemplare werden gedruckt und wem gehören diese Bücher? Wenn ein Anbieter lediglich einen hohen Gesamtpreis nennt, ohne die einzelnen Leistungen nachvollziehbar zu beschreiben, können Autorinnen und Autoren kaum beurteilen, ob das Angebot wirtschaftlich sinnvoll ist.

Ist es grundsätzlich problematisch, für eine Buchveröffentlichung zu bezahlen?

Nein. Viele Autorinnen und Autoren entscheiden sich bewusst gegen die Suche nach einem klassischen Verlag und veröffentlichen ihre Bücher selbst. Self-Publishing ermöglicht eine weitgehende Kontrolle über Inhalt, Gestaltung, Preis, Veröffentlichung und Vermarktung des eigenen Buches. Gleichzeitig trägt der Autor die Verantwortung für die Qualität des Buches und die damit verbundenen Kosten. Ein professionelles Lektorat kann ebenso sinnvoll sein wie die Zusammenarbeit mit einem Coverdesigner, Illustrator oder Buchsetzer. Auch bei der Veröffentlichung und Vermarktung eines Buches können spezialisierte Dienstleister wertvolle Unterstützung leisten.

Pseudoverlag erkennen

Wer sein Buch professionell veröffentlichen möchte, kann deshalb einzelne Aufgaben selbst übernehmen und für andere Bereiche externe Experten beauftragen. Buch-Studio unterstützt Autorinnen und Autoren beispielsweise bei der Vorbereitung und Veröffentlichung ihrer Bücher auf Plattformen wie Amazon KDP, Tolino, BoD und epubli. Welche Leistungen sinnvoll sind, hängt vom jeweiligen Buchprojekt und den jeweiligen Zielen ab. Der entscheidende Unterschied zu einem problematischen Angebot liegt in der Transparenz. Ein Dienstleister sollte offen erklären, dass der Autor für klar definierte Leistungen bezahlt und das wirtschaftliche Risiko seines Buchprojekts selbst trägt.

Pseudoverlag oder seriöser Dienstleister: Wo liegt der Unterschied?

Die Grenzen zwischen einem Verlag und einem Dienstleister können für unerfahrene Autorinnen und Autoren schwer zu erkennen sein. Deshalb hilft eine einfache Unterscheidung. Ein klassischer Verlag investiert in ein Buch, weil er erwartet, mit dessen Verkauf Geld zu verdienen. Ein professioneller Dienstleister arbeitet im Auftrag des Autors und erhält eine Vergütung für klar definierte Leistungen.

Beide Geschäftsmodelle können ihre Berechtigung haben. Entscheidend ist, dass Autorinnen und Autoren verstehen, welche Art von Vertrag sie abschließen. Ein seriöser Dienstleister verspricht nicht, ein Manuskript aufgrund seines außergewöhnlichen literarischen Potenzials ausgewählt zu haben, wenn das eigentliche Ziel darin besteht, dem Autor ein umfangreiches Leistungspaket zu verkaufen. Stattdessen erklärt er transparent, welche Unterstützung angeboten wird, welche Kosten entstehen, welche Leistungen im Preis enthalten sind und welche Verantwortung beim Autor verbleibt.

Vergleichstabelle zwischen einem Pseudoverlag, einem klassischen Verlag und einer Selbstveröffentlichung

KriteriumKlassischer PublikumsverlagBezahlverlag / SelbstkostenverlagSelf-Publishing-Dienstleister
Wer bezahlt die Veröffentlichung?Der Verlag finanziert Lektorat, Gestaltung, Herstellung und Vertrieb.Der Autor übernimmt einen Teil der Kosten oder finanziert die Veröffentlichung vollständig.Der Autor bezahlt nur die Dienstleistungen, die er für sein Buchprojekt beauftragt.
Wie werden Manuskripte ausgewählt?Der Verlag prüft Manuskripte nach literarischen, programmatischen und wirtschaftlichen Kriterien und veröffentlicht nur einen kleinen Teil der eingereichten Projekte.Die Annahme eines Manuskripts kann weniger selektiv sein, da die Veröffentlichung durch Zahlungen des Autors finanziert wird.Eine klassische Manuskriptauswahl findet nicht statt, weil der Autor Kunde ist und konkrete Leistungen beauftragt. Ein professioneller Dienstleister kann jedoch Projekte ablehnen, wenn sie fachlich oder organisatorisch nicht umgesetzt werden können.
Womit verdient das Unternehmen Geld?Der Verlag verdient hauptsächlich durch den Verkauf von Büchern und die Verwertung von Nutzungsrechten.Ein wesentlicher Teil der Einnahmen kann aus Zahlungen der Autoren für Veröffentlichungspakete und zusätzliche Leistungen stammen.Der Dienstleister erhält eine vereinbarte Vergütung für Lektorat, Ghostwriting, Gestaltung, Veröffentlichung, Marketing oder andere klar definierte Leistungen.
Wer trägt das wirtschaftliche Risiko?Der Verlag trägt das finanzielle Risiko der Veröffentlichung und kann seine Investition verlieren, wenn sich das Buch nicht ausreichend verkauft.Das wirtschaftliche Risiko liegt überwiegend oder vollständig beim Autor, der die Veröffentlichung finanziert.Der Autor trägt das wirtschaftliche Risiko seines Buchprojekts und entscheidet selbst, wie viel er in professionelle Dienstleistungen und Marketing investiert.
Wer entscheidet über das Buch?Der Verlag hat aufgrund der übertragenen Nutzungsrechte und seiner Investition erheblichen Einfluss auf Titel, Gestaltung, Preis, Veröffentlichung und Vermarktung.Die Entscheidungsrechte hängen vom jeweiligen Vertrag ab. Autoren sollten deshalb genau prüfen, welche Rechte sie trotz eigener finanzieller Beteiligung übertragen.Der Autor bleibt Auftraggeber des Projekts und behält grundsätzlich die Kontrolle über Inhalt, Gestaltung, Veröffentlichung und Auswahl der beauftragten Leistungen.
Welche Rechte werden übertragen?Der Autor räumt dem Verlag vertraglich vereinbarte Nutzungsrechte ein, damit dieser das Buch veröffentlichen und wirtschaftlich verwerten kann.Je nach Vertrag können umfangreiche Nutzungsrechte übertragen werden, obwohl der Autor die Veröffentlichung selbst finanziert.Die Nutzungsrechte am Buch bleiben grundsätzlich beim Autor. Der Vertrag regelt lediglich die Nutzung der Daten und Inhalte, die für die Erbringung der beauftragten Dienstleistungen erforderlich sind.
Wie transparent sind die Kosten?Der Autor bezahlt die verlegerischen Leistungen normalerweise nicht selbst und erhält eine vertraglich vereinbarte Beteiligung an den Buchverkäufen.Autoren sollten besonders darauf achten, ob Kosten, Zusatzleistungen und mögliche Folgekosten vor Vertragsabschluss vollständig und verständlich dargestellt werden.Ein seriöser Dienstleister erstellt ein nachvollziehbares Angebot, in dem Leistungen, Preise und mögliche Zusatzkosten klar beschrieben sind.
Welche Rolle hat der Autor?Der Autor ist Vertragspartner des Verlages und erhält eine Vergütung beziehungsweise Beteiligung für die Nutzung und Verwertung seines Werkes.Der Autor ist gleichzeitig Urheber des Buches und zahlender Kunde des Unternehmens.Der Autor ist Auftraggeber und entscheidet, welche professionellen Leistungen er für sein Buchprojekt einkauft.
Woran erkennt man das Geschäftsmodell?Der Verlag investiert eigenes Kapital in ausgewählte Bücher und trägt das Risiko, ob diese Investition durch Buchverkäufe wieder erwirtschaftet wird.Die Veröffentlichung wird wesentlich durch Zahlungen der Autoren finanziert. Entscheidend ist, ob dieses Geschäftsmodell von Anfang an transparent kommuniziert wird.Das Unternehmen bezeichnet seine Angebote klar als Dienstleistungen und erklärt, welche Leistungen der Autor zu welchem Preis erhält.

Was sollten Autoren vor einem Vertragsabschluss prüfen?

Wer ein Angebot für die Veröffentlichung seines Buches erhält, sollte sich nicht ausschließlich auf die Präsentation des Unternehmens oder das persönliche Gespräch verlassen. Zunächst sollten Sie ein detailliertes schriftliches Angebot verlangen. Die einzelnen Leistungen sollten so konkret beschrieben sein, dass Sie diese mit Angeboten anderer Dienstleister vergleichen können.

Anschließend lohnt es sich, die Preise einzelner Leistungen zu recherchieren. Wenn Sie wissen, was ein professionelles Lektorat, ein Coverdesign, der Buchsatz oder die technische Vorbereitung einer Veröffentlichung üblicherweise kosten, können Sie einen Gesamtpreis besser beurteilen. Besondere Aufmerksamkeit verdient der Vertrag. Prüfen Sie, welche Nutzungsrechte Sie übertragen, wie lange der Vertrag läuft und unter welchen Bedingungen er beendet werden kann. Klären Sie außerdem, wem die Dateien des Buches gehören, wer über Änderungen am Verkaufspreis entscheidet und wie die Einnahmen aus Buchverkäufen abgerechnet werden.Wenn Marketingmaßnahmen Bestandteil des Angebots sind, sollten Sie sich genau erklären lassen, welche Leistungen tatsächlich durchgeführt werden.

Professionelles Buchmarketing besteht nicht allein daraus, ein Buch auf einer Webseite einzutragen oder einige Beiträge in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Eine sinnvolle Marketingstrategie orientiert sich an Zielgruppe, Genre, Wettbewerb und den realistischen Möglichkeiten eines Buchprojekts. Mehr darüber, welche Maßnahmen für Self-Publisher sinnvoll sein können, erfahren Sie auf unserer Seite zum Autorenmarketing für Selfpublisher. Bei Verträgen über hohe Summen oder bei einer langfristigen Übertragung von Nutzungsrechten kann es außerdem sinnvoll sein, den Vertrag vor der Unterzeichnung rechtlich prüfen zu lassen.

Eine Frage, die Autoren vor der Unterschrift stellen sollten

Wenn Sie nicht sicher sind, welches Geschäftsmodell hinter einem Angebot steht, sollten Sie versuchen herauszufinden, womit das Unternehmen hauptsächlich Geld verdient. Erzielt der Anbieter seine Einnahmen überwiegend durch den Verkauf von Büchern an Leserinnen und Leser oder durch Zahlungen der Autoren? Diese Frage lässt sich nicht immer durch eine direkte Nachfrage beantworten. Ein Blick auf die veröffentlichten Bücher kann jedoch aufschlussreich sein. Wie viele Titel erscheinen jedes Jahr? Sind diese Bücher im Buchhandel auffindbar? Gibt es erkennbare Marketingaktivitäten? Finden sich unabhängige Rezensionen? Wie transparent informiert das Unternehmen über Kosten und Vertragsbedingungen?

kostenpflichtigen Veröffentlichungsangeboten

Auch Erfahrungen anderer Autorinnen und Autoren können bei der Einschätzung helfen. Einzelne positive oder negative Bewertungen sollten zwar nicht überbewertet werden, doch wiederkehrende Berichte über ähnliche Vertragsbedingungen, hohe Zusatzkosten oder enttäuschte Erwartungen können wichtige Hinweise liefern.

Was können Autoren tun, wenn sie bereits ein Angebot erhalten haben?

Eine Verlagszusage kann emotional sein. Gerade Autorinnen und Autoren, die lange an einem Manuskript gearbeitet und zahlreiche Absagen erhalten haben, möchten eine positive Rückmeldung verständlicherweise nicht leichtfertig ablehnen.

Trotzdem sollten Sie ein kostenpflichtiges Angebot zunächst wie jede andere größere Investition behandeln. Fordern Sie eine genaue Leistungsbeschreibung an und berechnen Sie, wie hoch Ihre gesamte Investition tatsächlich sein wird. Prüfen Sie, welche Rechte Sie übertragen und welche Möglichkeiten Sie haben, den Vertrag später zu beenden. Vergleichen Sie anschließend das Angebot mit den Kosten unabhängiger Dienstleister. Möglicherweise stellen Sie fest, dass einzelne Leistungen sinnvoll sind, Sie jedoch nicht das gesamte Paket benötigen. In anderen Fällen kann sich zeigen, dass ein umfassender Service für Ihr Projekt tatsächlich wirtschaftlich und organisatorisch sinnvoll ist. Die Entscheidung sollte jedoch auf nachvollziehbaren Informationen beruhen und nicht allein auf dem Gefühl, endlich von einem Verlag ausgewählt worden zu sein.

Fazit: Nicht jeder kostenpflichtige Anbieter ist ein Pseudoverlag

Die Veröffentlichung eines professionellen Buches verursacht Kosten. Wer sich für Self-Publishing entscheidet und mit Lektoren, Designern, Ghostwritern oder Marketingexperten zusammenarbeitet, investiert bewusst in die Qualität und Sichtbarkeit seines Buches.

Deshalb wäre es falsch, jedes Unternehmen, das Geld von Autoren verlangt, automatisch als unseriös zu bezeichnen.

Problematisch wird ein Geschäftsmodell vor allem dann, wenn Autorinnen und Autoren nicht klar erkennen können, welche Rolle sie selbst in der Geschäftsbeziehung einnehmen.

Wer glaubt, von einem Verlag aufgrund der Qualität seines Manuskripts ausgewählt worden zu sein, sollte nicht erst später erfahren, dass er in Wirklichkeit Kunde eines kostenpflichtigen Dienstleistungspakets ist.

Transparenz bedeutet deshalb, dass Autorinnen und Autoren vor Vertragsabschluss nachvollziehen können, welche Leistungen sie erhalten, welche Kosten entstehen, welche Rechte sie übertragen und welche realistischen Chancen und Risiken mit der Veröffentlichung verbunden sind.

Wer diese Fragen sorgfältig prüft, verschiedene Angebote vergleicht und sich nicht zu einer schnellen Entscheidung drängen lässt, kann das Risiko deutlich reduzieren, viel Geld für Leistungen auszugeben, die das eigene Buchprojekt kaum voranbringen.

Sie haben ein Angebot für die Veröffentlichung Ihres Buches erhalten und sind unsicher?

Vielleicht hat Ihnen ein Verlag oder Dienstleister ein Angebot unterbreitet, und Sie können nicht einschätzen, ob die vorgeschlagenen Leistungen für Ihr Buch sinnvoll sind oder ob der Preis angemessen ist.

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Gemeinsam können wir prüfen, welche Leistungen Ihr Buchprojekt tatsächlich benötigt, welche Kosten realistisch sind und welcher Veröffentlichungsweg zu Ihren Zielen passt.

So investieren Sie Ihr Budget gezielt in Leistungen, die zur Qualität, professionellen Veröffentlichung und langfristigen Sichtbarkeit Ihres Buches beitragen.

FAQ: Häufige Fragen zu Pseudoverlagen und kostenpflichtigen Veröffentlichungsangeboten

Als Pseudoverlag werden Anbieter bezeichnet, die nach außen wie klassische Verlage auftreten, ihr Geschäftsmodell jedoch wesentlich auf kostenpflichtige Leistungen für Autorinnen und Autoren stützen. Der Begriff ist keine gesetzlich definierte Unternehmensform und wird vor allem kritisch verwendet. Entscheidend ist deshalb nicht die Bezeichnung eines Unternehmens, sondern die Frage, wer die Veröffentlichung finanziert, welche Leistungen erbracht werden und wie transparent das Geschäftsmodell kommuniziert wird.

Bei einem klassischen Publikumsverlag trägt grundsätzlich der Verlag die Kosten und das wirtschaftliche Risiko der Veröffentlichung. Der Autor bezahlt normalerweise weder für Lektorat und Buchgestaltung noch für Herstellung und Vertrieb. Wenn ein Unternehmen eine hohe finanzielle Beteiligung verlangt, sollten Autorinnen und Autoren deshalb genau prüfen, ob es sich tatsächlich um einen klassischen Verlag oder um einen kostenpflichtigen Dienstleister handelt.

Ein kostenpflichtiges Angebot ist nicht automatisch unseriös. Autorinnen und Autoren können bewusst Dienstleistungen für Lektorat, Gestaltung, Veröffentlichung oder Marketing einkaufen. Entscheidend ist, dass das Unternehmen sein Geschäftsmodell transparent kommuniziert, konkrete Leistungen vereinbart und keine unrealistischen Erwartungen an Verkaufszahlen oder wirtschaftlichen Erfolg weckt.

Mögliche Warnzeichen sind eine ungewöhnlich schnelle Zusage, sehr allgemeines Lob für das Manuskript, erst spät kommunizierte Kosten, unklare Leistungsbeschreibungen, hoher Zeitdruck beim Vertragsabschluss und weitreichende Rechteübertragungen. Kein einzelnes Merkmal reicht für eine abschließende Beurteilung aus. Wenn mehrere dieser Punkte zusammenkommen, sollten Autorinnen und Autoren das Angebot besonders sorgfältig prüfen.

Fordern Sie zunächst ein detailliertes Angebot an und lassen Sie sich erklären, wie sich der Preis zusammensetzt. Prüfen Sie anschließend die Vertragsbedingungen, die vereinbarten Leistungen, die übertragenen Nutzungsrechte und mögliche Zusatzkosten. Vergleichen Sie den Gesamtpreis außerdem mit den Kosten unabhängiger Dienstleister. Bei hohen Vertragssummen kann eine rechtliche Prüfung des Vertrages sinnvoll sein.

Beim Self-Publishing entscheidet sich der Autor bewusst dafür, sein Buch selbst zu veröffentlichen und die damit verbundenen Kosten und Risiken zu tragen. Er kann professionelle Dienstleister beauftragen, behält jedoch grundsätzlich die Kontrolle über sein Buchprojekt. Problematisch wird ein Angebot vor allem dann, wenn ein Unternehmen wie ein klassischer Verlag auftritt, obwohl sein Geschäftsmodell hauptsächlich auf Zahlungen der Autorinnen und Autoren basiert.

Ja. Autorinnen und Autoren können ihre Bücher heute über Self-Publishing-Plattformen und Dienstleister professionell veröffentlichen. Je nach Projekt können Lektorat, Coverdesign, Buchsatz, technische Veröffentlichung und Buchmarketing extern beauftragt werden. Entscheidend ist, dass die Leistungen zum Buchprojekt passen, die Kosten transparent sind und der Autor weiß, welche Aufgaben und wirtschaftlichen Risiken er selbst übernimmt.

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